Von einer höheren Warte aus betrachtet,
ist auch Rhythmus eine Verkrampfung
Peter Rühmkorf

Von einer höheren Warte aus betrachtet,
ist auch Rhythmus eine Verkrampfung
Peter Rühmkorf

Kreszenzia heilige Großmutter
bring mir kredenze mir
leuchte in mein Hirn
leuchte hierhirn und dorthirn
leuchte in meine kahlen Ecken
Laßß!! (doppeltes scharfes S, sehr selten)
laßß den Gockel der Erkenntnis
über meinem Hirn auf meine Stirn kacken
Kacktung, Kacktung, Kackerament
lass ihn mein Hirn aufhacken
Hacktung Hacktung Hackerament
Tanke schönn
fullfill meine zynischen Synapsen
beflügle meine Zyklen
zykloperiere meinen Tunnelblick
Peter Spielbauer

mal seh’n wir was
mal seh’n wir was nicht
mal seh’n wir nicht, was wir sehen
Peter Spielbauer

„Ohne die Himmelfahrten des unschweren Sinns
wäre Kultur unmöglich.“
Peter Sloterdijk

Eine Tasche, eine Tasche
Zeichnet aus sich durch die Lasche
Welche nützlich beim Transport
Des Objekts von hier nach dort
Risse diese Lasche ab,
Wär’s ein Sack
Lasche ab: Tasche Sack
Fasse Lasche: Tasche
Blödes Hinundher-Gedeutel
Letztendlich ist’s doch nur ein Beutel
Es bräucht ein Wort von bess’rer Güte
Wie wär's mit …
Peter Spielbauer

But man, proud man,
dressed in a little brief authority,
most ignorant of what he’s most assured,
his glassy essence, like an angry ape,
plays such fantastic tricks before high heaven,
as makes the angels weep who, with our spleens,
would all themselves laugh mortal.
Shakespeare

Lass die Moleküle rasen
was sie auch zusammenknobeln
lass das Tüfteln lass das Hobeln
heilig halte die Ekstasen
Christian Morgenstern

Ich würde gerne mal erleben, dass die Sonne am Abend,
wenn sie den Horizont berührt, nicht hinter dem Horizont verschwindet,
sondern dass sie aufditscht, drei-, viermal aufditscht, zur Ruhe kommt,
und dann anfängt zu rollen, nach links oder nach rechts zu rollen,
immer der Horizontlinie entlang.
Wär mal schön, ist ein anderes Prinzip, aber wär mal schön.
Wer am Horizont wohnt, ist den Untergang gewohnt.
Peter Spielbauer

Tagsüber, wenn die Sonne scheint, kann man alles sehen.
Nachts, wenn's dunkel ist, muss man sich eine Vorstellung machen.
Natürlich kann man auch das Licht anmachen.
Aber bei angemachtem Licht handelt es sich nur um geworfenen Schein.
Peter Spielbauer

Faust hat sich ins Gespräch mit einer auf den Hinterfüßen ruhenden Sphinx eingelassen, wo die abstrusesten Fragen durch gleich rätselhafte Antworten ins Unendliche gespielt werden. Ein daneben, in gleicher Stellung aufpassender Greif, der goldhütenden einer, spricht dazwischen, ohne das mindeste deshalb aufzuklären. Eine kolossale, gleichfalls goldscharrende Ameise, welche sich hinzugesellt, macht die Unterhaltung noch verwirrter.
Aus „Faust“ von J.W. Goethe